DAB-Empfangsstörungen durch LED-Leuchtmittel

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DAB-Empfangsstörungen durch LED-Leuchtmittel

Beitrag von DO6STS » Mo 30. Okt 2017, 23:06

Bayerischer Rundfunk:
DAB-Empfangsstörungen durch LED-Leuchtmittel

In einem aktuellen Artikel berichtet der Bayerische Rundfunk über DAB-Empfangsstörungen, die durch LED-Leuchtmittel verursacht werden [1]. Der Beitrag wurde durch das Institut für Rundfunktechnik formuliert. In Form eines verlinkten YouTube-Videos bezieht man sich inhaltlich auch auf die Erkenntnisse der Europäischen Rundfunkunion (EBU) [3]. Unter dem Strich wird deutlich, dass also nicht nur Amateurfunkanwendungen von den elektromagnetischen Störungen der LED-Leuchtmittel betroffen sind – speziell deren Vorschaltgeräte, sondern auch andere Funkdienste und -Anwendungen. Laut dem Bericht des Bayerischen Rundfunks berücksichtigt die aktuell verfügbare Norm vom April 2016, DIN EN 55015 „Grenzwerte und Messverfahren für Funkstörungen von elektrischen Beleuchtungseinrichtungen und ähnlichen Elektrogeräten“ bereits LED-Lampen. Die internationale Norm CISPR 15 bildet dafür aktuell die Grundlage, welche jedoch überarbeitet worden ist und am 20. Juni 2018 veröffentlicht werden soll. Es bedarf dann noch einer dreijährigen Übergangszeit, um sie in eine harmonisierte europäische Norm zu überführen. Inwiefern dies den störungsfreien Empfang von Funksignalen beeinflussen wird, bleibt abzuwarten.

Links
[1] http://www.br.de/unternehmen/inhalt/tec ... l-100.html
[2] https://www.youtube.com/watch?v=wy_Og9bbOqI
[3] https://tech.ebu.ch/LEDinterference

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Re: DAB-Empfangsstörungen durch LED-Leuchtmittel

Beitrag von DO6STS » Do 15. Mär 2018, 17:32

Unzureichende Geräte stören inzwischen auch DAB+ und DVB-T2
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Nicht nur der Amateurfunkdienst wird schon seit vielen Jahren durch einen sehr hohen und weiter wachsenden elektromagnetischen Störpegel massiv beeinträchtigt. Inzwischen machen diese Störungen auch vor der modernsten Digitaltechnik für Rundfunk und Fernsehen, also DAB+ und DVB-T2, nicht mehr halt. Im Bayerischen Rundfunk wird bereits auf einer technischen Webseite darüber berichtet, dass Hörern, die sich teilweise nur 5 km von einem Sender entfernt befinden, der Empfang des DAB+ Radio erheblich erschwert oder sogar unmöglich gemacht wird. An Straßenkreuzungen wird der UKW-Rundfunkempfang im Fahrzeug stark beeinträchtigt. Als Störquelle werden oft moderne LED-Lampen, Werbetafeln, Schaltnetzteile, PLC-Geräte, Großbildschirme, Ampelsteuerungen usw. ermittelt. Für den DARC e.V. liegt die Ursache in der unzureichenden Umsetzung der EU-Richtlinie 2014/30, dem Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Betriebsmitteln. Gemäß der EU-Richtlinie sind alle Funkdienste gleichwertig vor nichtkonformen Betriebsmitteln zu schützen. Alle Funkdienste schließt neben den Sicherheitsdiensten von Feuerwehr, Polizei, Notarzt, Flugsicherung, Militär, See- und Flussschifffahrt usw. ausdrücklich auch Rundfunk, Fernsehen und den Amateurfunkdienst mit ein. Leider hat der deutsche Gesetzgeber Abstufungen und u.a. Benachteiligungen für Rundfunk und Amateurfunkdienst eingeführt. Darüber berichtet Ulrich Fenner, DL2EP, in einer aktuellen Meldung für den Hamburg-Rundspruch, die auf einer Information des Nachrichtenportals Teltarif basiert [1]. DL2EP resümiert: "Es ist zu hoffen, dass die vom EMV-Referat des DARC laufende Datenerhebung mit zahlreichen Meldungen unterstützt und so zur Beseitigung dieser Umweltverschmutzung beigetragen wird." Die Umfrage des Referates zum Grundrauschen ist über das Internet abrufbar [2].

[1] http://www.teltarif.de/digitalradio-rad ... 69977.html
[2] https://www.darc.de/der-club/referate/e ... drauschen/

Quelle: Deutschland-Rundspruch Nummer 11 des Deutschen Amateur-Radio-Clubs für die 11. Kalenderwoche 2018

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